Freitag, 26. Juni 2015

AUSZIEHEN - Gründe in die Unabhängigkeit

Packt eure Koffer! Denn jetzt werde ich euch versuchen zu überzeugen, einen Schritt in die Unabhängigkeit zu wagen. Raus aus dem Elternhaus!

Der Weg raus aus dem Elternhaus ist ein Schritt in ein neues Leben. Das klingt jetzt übertrieben aber ist wirklich so. Niemals wirst du im Elternhaus wissen, was es heißt auf eigenen Beinen zu stehen. Ganz egal wie viel Geld du schon verdienst. Denn fakt ist, im Elternhaus genießt du deinen Welpenschutz und im Haushalt passieren Dinge automatisch, von denen du garantiert nicht mal wusstest, dass das automatisch von Mutter/ Vaterhand passiert!
Bei türkischen oder generell südländischen Familien möchte man auch häufig gar nicht, dass die Tochter auszieht. Es ist bei vielen traditionellen Familien nun mal leider so! Und da zieht die Tochter erst mit der Heirat aus. Dabei ist das alleine Leben ein sehr sehr wichtiger Schritt in deiner Persönlichkeitsentwicklung. Denn eins kann ich euch sagen, das Selbstbewusstsein, die Stärke und meine Power habe ich erst mit dem Auszug erlernt. Und wer will schon nicht, dass die Tochter diese Charakterzüge entwickelt?!

Ich habe mich quasie selbst ins kalte Wasser geworfen und war mit Problemen konfrontiert mit denen ich mein Leben nicht gerechnet hätte! Damals habe ich mit 20 alles auf den Kopf geworfen. Das schrecklich langweilige Studium geschmissen, in eine andere Stadt gezogen mit einer Naivität!

Du wirst stark!
Wisst ihr. Das Leben ist zu kurz um nach den Anweisungen anderer zu leben. Es macht mich auch wütend, wenn ich Eltern sehe, die ihre Kinder wie kleine Marionetten behandeln und ihnen kaum die Möglichkeit geben sich frei zu entfalten. Und das ist auch eines der wichtigsten Gründe warum ausziehen so wertvoll ist. Zum ersten Mal kannst du deine eigene Stimme hören, ohne dass dir jemand dazwischen redet. Ohne dass dir vorgeschrieben wird, wie irrational deine Träume sind. Denn das sind sie nicht. Deine Träume sind das was dich am Leben erhalten sollten, deinem Leben einen Sinn geben. Alle reden von Sicherheit, einer sicheren Stelle und einem sittlichen Leben. Was genau soll das heißen? Ist nicht das Leben anderer zu Leben ein Schritt in eine Depression/ Burn out? Wir müssen manchmal Grenzen überschreiten. Dinge falsch machen. Wie sonst können wir aus Fehlern lernen?

Klar es hat seine finanziellen Vorteile bei Mama und Papa zu leben und das Ganze Geld aus dem Fenster zu schmeißen aber ganz ehrlich, die Grenzerfahrungen die du machst

1. Fliegen lernen
Du verdienst schon dein eigenes Geld? Das habe ich mit 16 auch und habe damals dank meiner 3 Nebenjobs so viel Geld gespart, dass ich es mir leisten konnte mit 20 Adios Ma und Pa zu sagen. Es war schon immer ein Drang in mir selbstständig zu sein, auszuziehen und mich den Challenges des Lebens zu stellen! Solange man zuhause wohnt, weiß man nicht wirklich wie es ist sich selbst zu versorgen. Was ich damals dachte was ich für eine unabhängige Frau bin mit 16. Habe mich sogar mal ne Zeit lang "ms independent" auf myspace genannt. Ich kann heute nur noch darüber schmunzeln weil die Unabhängigekeit, die ich finanziell hatte, ist noch lange nicht die Verantwortung die man sich gegenüber trägt.

2.Wertschätzung
Kaum zieht man aus und schon lernt man all das zu schätzen, was man bei Mami und Papi für Selbstverständlich hielt. Man lernt Sachen wie: "Oh die Wäsche wäscht sich nicht von alleine. Oh das Essen kocht sich nicht von alleine. Oh die Rechnungen bezahlen sich auch nicht von allein.) Alles Erkenntnisse die man erst nach dem Auszug lernt. Und dann sagt ihr "Mama/ Papa" wie dankbar ich euch bin! -Ja mein aller erster Tag in meiner eigenen Wohnung war ungefähr so. "Okay wie funktioniert das nochmal mit dem kochen?"

3. Verantwortungsvoll leben
Und damit sind so manche verantwortungsvolle Dinge gemeint. Wie verwalte ich meine Finanzen?! Wie teile ich mein Zeitplan ein. Was ist wichtig und was nicht!

4. Selbst entscheiden
Unsere Eltern waren für uns da als unsere Beschützer! Sie konnten uns vor falschen Freundschaften retten. Wenn man alleine wohnt, dann funktioniert das nicht mehr so einfach. Auf einmal musst du lernen wer dir ein guter und wer dir ein schlechter Freund ist. Ich muss leider gestehen, dass ich schlechte absolut katastrophale Menschenkentnisse habe. Ich freunde mich manchmal mit Menschen an, wo die Menschen in meinem Umfeld mit dem Kopf schütteln und sagen: "wie kannst du nur mit so einem unhöflichen Menschen Zeit verbringen". Ja man versucht ja immer das gute in einem Menschen zu sehen!

5. Du lernst ne Menge über dich selbst!
Zum Beispiel wie ekelhaft man sein kann. Oder wie penibel.
Und so Sachen wie, oh doofe Idee sich auf der Party abzuschießen war keine gute Idee. Im Endeffekt ist ja niemand da, der dir beim Kater auszukurieren hilft.

6. Du wirst mehr wollen!

7. Weg von Drama
und mehr Fokus auf sich selbst. Ja. Nun einer der größten Vorteile meines Auszuges waren, dass Probleme anderer, anderer Menschen Probleme sind. Und auf einmal kannst du sinnlose Zeit damit verbringen, vor dem Spiegel zu richtig lauter Musik zu tanzen. 2 Tage nicht aus dem Bett zu hopsen. Und es interessiert niemanden. Zuhause würde meine Mutter denken, ich wäre in ein I hate you world Koma verfallen. Du kannst heulen und du kannst nackt durch die Wohnung rennen.

8. Familienverhältnis wird besser
Ja tut es. Denn auf einmal nimmt man sich selbst nicht mehr selbstverständlich. Auf einmal macht die Distanz eins mit dir, du lernst Wertschätzung. Du lernst zu schätzen, dass deine Familie immer hinter dir steht - no matter what. Das Wiedersehen wird schöner. Und kaum bist du zurück im Elternhaus, kannst du dich wie ein Teenager verwöhnen lassen.

1 Kommentar:

  1. Jedes von dir geschriebene Wort unterschreibe ich genau so wie es hier steht! Seit einem Jahr wohne ich nun in meiner eigenen Wohnung gemeinsam mit meinem Freund. Ich bin nicht ausgezogen weil es mir bei meinen Eltern nicht mehr gefallen hat oder weil wir Streit hatten. Das ausziehen war eine Spontanaktion. Und eine Erfahrung für's Leben. Auf einmal musste ich Wäsche machen. Und dann auch noch für zwei. Ich musste Schule, Arbeit und Haushalt unter einen Hut bekommen. Das war nicht immer einfach. Ganz im Gegenteil. Ich bin oft ins stolpern gekommen und habe viele Fehler gemacht. Doch inzwischen kann ich behaupten dass ich alles relativ gut meistere. Natürlich kann ich es noch immer perfektionieren. Aber ich habe etwas sehr wichtiges gelernt - sei nicht so streng mit dir! Wenn etwas nicht von Anfang an klappt oder schief läuft. Dann ist das eben so. Und es ist okay. Sammle dich und bringe es in Ordnung. Dann passt alles wieder. Das ist wohl wirklich das wichtigste das ich gelernt habe.

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